
Die breite Kommode mit drei Schubladen und leicht kanneliertem Kopfteil verdrängte die Truhe schließlich im 18. Ihre Nützlichkeit wurde durch die Hinzufügung eines Schreibaufsatzes noch erhöht.

Sie nutzten die Truhen als Lager und Sitzgelegenheit und schliefen sogar darin. Wegen der häufigen Umzüge wurden sie mit starken Schlössern und schmiedeeisernen Griffen versehen. Die einfache, unbemalte Mehltruhe trägt auf dem Deckel ein beleuchtetes Alphabet in Renaissance- und spätgotischer Majuskel. Beide Schriften wurden hierzulande im frühen 16. Jahrhundert domestiziert.

Der Konstruktion und dem Dekor der Möbel wurde die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet wie der Einrichtung. Die Türen sind aus bis zu fünf Holzarten in einer ausgeklügelten Intarsientechnik gefertigt.

Das Tabernakelkabinett besteht aus einem Schrank, einem Schreibpult und einer Schublade. Er wurde schnell zu einem beliebten Möbelstück in adligen und wohlhabenden bürgerlichen Interieurs, da er den hohen sozialen Status seines Besitzers widerspiegelte.

Ein Schreibtisch ist nicht nur ein nützliches Möbelstück, sondern ein echtes kleines Heiligtum. Der zentrale bewegliche Sockel ist von einer Reihe versteckter Schubladen umgeben, in denen der Besitzer seine Korrespondenz und andere Wertgegenstände aufbewahrte. Sechs vergoldete Karyatiden bewachen die Geheimnisse.