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Im Barock kam auch die Wachsfigurenvariante "Trösterlein", "Seelentrösterlein" oder "Himmlischer Bräutigam" auf, die Novizinnen bei ihrem Klostereintritt oder der Ablegung der ewigen Gelübde von ihren Gastgebern geschenkt wurden. Sie sollten ihnen ein Trost sein, denn viele Mädchen traten sehr jung ins Kloster ein und verzichteten damit auf die Mutterschaft und durften daher das Jesuskind trösten und lieben. ein Tröster wie dein eigenes Kind. Der himmlische Bräutigam verweist auf die mystische Verlobung einer jungen Nonne mit Christus bei ihrem Eintritt in das Kloster. Das aufwändig gekleidete und geschmückte "Trösterlein" oder Jesus, der Tröster, stand mit Erlaubnis der Priorin in der Gebetsecke jeder Zelle.

Sitzender Jesse (Jesse der Tröster-Trösterlein?), Inv.-Nr. SVM 3065.
Auf der Brust, unter dem Untergewand, befindet sich ein Gebetszettel: J.M.J.Th./Mein gottlich Kind um was ich fleh,/ist immer nur das Eine:/Dass eine Liebe ohne Maß/mich stets mit Dir vereine!/Lebe wohl, mein Jesulein, segen mich u. d. Meinen/u. sende uns viele heiligen Priester. Amen!/S.M.Th. a. I.J.
Übersetzung: J.M.J.Th./"Mein Kind Gottes, was ich von dir verlange, ist immer nur eines: Möge die grenzenlose Liebe mich immer mit dir begleiten. Gegrüßt seist du, mein kleiner Jesus, segne mich und die Meinen und sende uns viele heilige Priester. Amen!" S.M.Th. a. I.J.

Sitzender Jesuit (Jesuit der Tröster-Trösterlein?) Inv.-Nr. SVM 3065 vor der Restaurierung.
Als die Figuren in das Museum gebracht wurden, war ihr Zustand in den meisten Fällen sehr schlecht. Sie waren jahrzehntelang fast in Vergessenheit geraten und wurden nicht mehr so verehrt, wie sie es einmal waren. Meist befanden sie sich in einem ungeeigneten Zustand und warteten darauf, von Restauratoren wieder auf Vordermann gebracht zu werden. Im Jahr 2005 erstrahlten diese Devotionalien in einer temporären Ausstellung wieder in ihrer ganzen Schönheit und Anmut. Jesulus Pragensis und andere Wachsfiguren im Slowenischen Religionsmuseum in Stična.

Das Baby liegt auf einem größeren Seidenkissen, unter seinem Kopf befindet sich ein kleineres Seidenkissen. Die Augen sind aus Glas. Die Augenbrauen, Wimpern, Augenränder, Nasenlöcher und Lippen sind bemalt. Die Naturhaarperücke ist original. Der kleine Igel ist mit drei Kleidern bekleidet. Das cremefarbene Seidenoberkleid ist mit einer Stickerei in Form eines Blumenornaments und einer muschelförmigen Spitze aus Gold- und Silberfäden (Goldmuschelspitze) verziert. Das Unterkleid besteht aus einem Rock und einer Hose aus weißer Baumwolle. Der Rock ist mit Spitze verziert, die Hose mit hohlen Bändern. Das Igelbaby liegt in einer schwarzen Holzvitrine mit einer Glasfront und zwei Glasseiten. Neben ihm liegen Stoffblumen, die auch die Innenseite der Rückseite der Vitrine schmücken.

Liegendes Jesuskind, um 1850, Wachs, Stoff, Haare, Metall, Holz, Glas, Länge der Figur 42 cm, Inventarnummer E-41/2021 während der Restaurierung
Die Figur des liegenden Jesuskindes ist sehr dynamisch gestaltet und wurde vollständig in Wachs gegossen. Der mittlere Teil des Körpers ist mit Baumwollstoff verstärkt. Der liegende Igel streckt seinen rechten Arm dem Betrachter entgegen, der linke Arm wird dicht an den Kopf gehalten.